Angeln in der Lombardei

Die Lombardei ist eine bei vielen Anglern beliebte Landesregion in Norditalien, da die grössten norditalienischen Seen und Flüsse mit einem beeindruckenden Fischbestand in dieser Region liegen. Unweit der Modemetropole Mailand befinden sich mit dem Lago Maggiore, dem Gardasee und dem Comer See hervorragende Angelgewässer, an denen man neben kräftigen Seeforellen und Karpfen von imposanter Grösse auch kapitale Hechte und Aale fangen kann. Die gute Wasserqualität dieser fischreichen Gewässer resultiert nicht zuletzt aus dem steten Zufluss der zahlreichen kalten Gebirgsflüsse, die den Seen das kristallklare Schmelzwasser aus den Bergen zuführen. Im Garda See zählt z.B. der berühmte Carpione (Salmo trutta carpio) – die sogenannte Gardaseeforelle – zu den begehrtesten Zielfischen der Angler. Dieser seltene, silberfarbene Lachsfisch kommt ausschliesslich im Gardasee vor und paart sich als einzige Fischart zweimal im Jahr. Er erreicht eine durchschnittliche Grösse von rund 40 cm und wird ca. 1 kg schwer. Im Vergleich zu den teilweise beeindruckenden Massen, mit denen Karpfen aus dem Lago Maggiore die Angler in Verzückung geraten lassen, kann der Carpione mit seiner schlanken Erscheinungsform sicher nicht mithalten. Dafür ist er aber ein besonders schöner Artgenosse, der sich nur sehr schwer überlisten und fangen lässt.

Um als Tourist an diesen grossen, lombardischen Seen angeln zu dürfen benötigt man eine gebührenpflichtige Fischereilizenz für Binnengewässer, die unter der italienischen Bezeichnung „Licenza di Pesca nelle Auque interne, Tipo D“ bei den jeweils zuständigen Gemeindeverwaltungen erhältlich ist. Diese Lizenzen haben eine dreimonatige Gültigkeit und müssen vom Angler neben einem gültigen Ausweisdokument stets mitgeführt werden, da an den meisten italienischen Gewässern durch Fischereiaufseher regelmässig Kontrollen der Angellizenzen stattfinden. Wer als Ausländer ohne gültige Lizenz erwischt wird, muss mit ziemlich hohen Strafen rechnen, die direkt vor Ort zu bezahlen sind. Sollte man gerade nicht genügend Geld zur Verfügung haben, ist es nicht unüblich, das die Beamten das verwendete Angelgerät so lange beschlagnahmen, bis die Strafe bezahlt wird. Da es in den Gemeinden Unterschiede in den Bestimmungen für die Erteilung einer Angellizenz geben kann, sollte man sich in jedem Fall vor Ort in einem der Touristenbüros oder bei der zuständigen Behörde nach den aktuellen Anforderungen erkundigen, bevor man seine Rute an lombardischen Gewässern auswirft.

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